A n s a t z

 

Familienstellen wird zum Glück auf dem Hintergrund unterschiedlicher Professionen angeboten. Es gibt selten den Familiensteller als solches, sondern er hat in der Regel schon die eine oder andere berufliche Ausbildung hinter sich.

 

In meiner Lehrzeit habe ich sehr unterschiedliche Familiensteller erlebt und kennen gelernt. Erstaunlicher Weise war bei jedem zu sehen, welche berufliche Biographie er hinter sich hatte. Diese Prägung ist ein Fakt und für mich nicht störend sondern eher eine Bereicherung.

 

Der Klient kann auswählen.

 

Die Angebote zu reglementieren und zu uniformieren ist nicht einmal im Sinne des Urhebers Bert Hellinger.

 

Als gelernter Architekt und Ingenieur und späterer Maler komme ich ganz eindeutig aus dem kreativ gestalterischen Bereich. Wie im Malen, wo es sehr unterschiedliche und gegensätzliche Farben gibt, die auf einer Fläche zueinander finden müssen, gibt es beim Stellen Anverwandte mit ihrer ureigenen Geschichte, mit unterschiedlich Erlebtem. Sie stehen da wie die Farbkleckse auf einer Leinwand, wild durcheinander und sich in ihrer Art nicht vertragend, nicht passend  Das muss man sich ganz nüchtern anschauen, sich in jede Farbe, in  jede Lebensgeschichte einfühlen können. So wie der Maler keine Lieblingsfarbe hat, darf der Steller keine Lieblingsgeschichte und Lösung haben. Er braucht den Mut das Vorhan-dene unvoreingenommen anzuschauen. Es auf sich wirken lassen.

 

Wie es in der Kunst eine höhere Ordnung gibt, so müssen dann aber auch beim Stellen die Beteiligten einer höheren Ordnung folgen. Je unbedarfter und offener die Stellvertreter sind desto eher machen sie es aus eigenem Impuls heraus. Sie suchen den Weg zur Harmonie, Sie nehmen den Platz ein, wo sie im positiven Einklang mit sich und den anderen kommen.

 

Ich schreibe von Harmonie und Einklang.

 

Bert Hellinger spricht in seinem Buch „Ordnungen der Liebe" von Richtig und meint damit, „dass vom Anblick her jeder sich auf seinem Platz gut fühlt."(S. 437) Dies ist meist wirklich am Gesichtsausdruck des Klienten zu erkennen. Das kann man sehen und spüren. Der entspannte und friedvolle Ausdruck im Gesicht des Klienten ist die Richtschnur in meiner Arbeit..